Einen „Herbst des Schreckens“ erlebten die Einwohner des East End in London 1888. Bestimmt kennt ihr ihn alle – Jack the Ripper trieb sein Unwesen und versetzte die Londoner in Angst und Schrecken.
Der unbekannte Serienmörder soll zu jener Zeit fünf Prostituierte umgebracht haben. Sicher kann man sich nicht sein, denn der Fall wurde niemals aufgeklärt.
Nun sind die Morde gut 123 Jahre her und trotzdem fesselt Jack the Ripper noch immer. In zahlreichen Büchern, Musicals und Filmen wird der Stoff künstlerisch aufgearbeitet.
Die Recherchen über Jack the Ripper zeigen vor allem eins: Die unzumutbaren Lebensverhältnisse im damaligen Londoner East End. Das Viertel war gnadenlos überbevölkert. Die Fabriken und Docks zogen zahlreiche Arbeiter in das Viertel. Mit den großen Industriestädten im Norden konnte die sogenannte „Hinterhof Industrie“ aber nicht mithalten und so wurden Fabriken geschlossen und die Arbeiter standen auf der Straße. Unzwar im East End. Lange Rede kurzer Sinn: Die Armut beherrschte das Viertel und Kriminalität gehörte zur Tagesordnung. Ungewöhnlich waren jedoch Mordfälle, insofern war Jack the Ripper auch im East End eine schreckliche Neuheit.
Mittlerweile haben zahlreiche Wissenschaftler und Jack-the-Ripper-Interessierte etwas Licht in den Nebel des Grauens gebracht. Als relativ sicher gilt, dass der Mörder fünf Frauen, die der Prostitution nach
gingen, ermordet und fürchterlich zugerichtet hat. Es gab noch mehr Morde zu jener Zeit, jedoch ist unsicher, ob die auch auf das Konto des Serienkillers gehen. Elizabeth Stride ist das einzige Opfer, das nicht total verstümmelt wurde. Hierzu gibt es zwei Theorien. Entweder Jack wurde während der Tat gestört und musste fliehen, bevor er sein Werk vollenden konnte, oder ein anderer Mörder hat Elizabeth umgebracht. Letztere Theorie würde bedeuten, dass es keine „Nacht des Doppelmordes“ gegeben hat, mit der Jack the Ripper aber in die Geschichte der Grausamkeit eingegangen ist.
Die präzise Verstückelung der Opfer, denen teilweise sogar innere Organe entnommen wurden, deutet daraufhin, dass der Mörder anatomisches Wissen hatte oder zumindest geübt im Umgang mit dem Messer war. Die Berufsgruppen Ärzte, Metzger, Friseure oder Schumacher gehörten somit zu den verdächtigten Berufsgruppen.
Zahlreiche Bekennerbriefe kamen bei der Polizei an, aber nur drei wurden als authentisch eingestuft. Sie wurden mit „Jack the Ripper“ unterzeichnet, woher auch der Rufname des legendären Mörders stammt.
Natürlich gab es auch Tatverdächtigte. Zu den weniger ernstzunehmenden gehören der Autor von „Alice im Wunderland“ Lewis Carroll und Oscar Wilde. Zahlreiche weitere werden noch heut diskutiert. Die Liste geht von dem ehemaligen Freund eines Opfers bis hin zu einem Arzt aus gutem Hause.
Im Endeffekt konnte die Mordserie bis heute nicht geklärt werden, aber es gab auch Institutionen, die von Jack the Ripper profitiert haben. Die Zeitungen erfreuten sich damals reißenden Absatz und konnten sogar ihre Auflage steigern und die Londoner Touristenführer jagen noch heute Besucher aus der ganzen Welt durch das East End und begeistern mit schaurigen Geschichten von Jack the Ripper.
Quellen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Eastend
http://www.jacktheripper.de/


