Auch wer nicht live bei der WM 2010 in Südafrika dabei ist, kann seine Mannschaft beim sogenannten Public Viewing anfeuern und feiern. Nicht nur in großen Städten, sondern auch in Gemeinden gibt es diese Möglichkeit. Hunderte Menschen fiebern gespannt bei diesen Liveübertragungen mit. Was aber steckt eigentlich hinter diesem Begriff?
Public Viewing bezeichnet Übertragungen von Sportveranstaltungen oder anderen Großereignissen via großen Leinwänden oder Bildschirmen und sind in der Regel kostenlos. Sie gelten dem Zwecke des gemeinsamen Betrachtens einer Sache. Seit dem WM 2006 wurde der Begriff in der deutschen Sprache etabliert. Im englischen Sprachraum bezeichnet Public Viewing eigentlich jede öffentliche Präsentation einer Sache, wird aber seit der FIFA 2006 in Bezug auf die Übertragung von Sportveranstaltungen gebraucht. Seit 2007 ist der Begriff im Duden zu finden.
Wer jetzt denkt, dass jeder das Recht hat eine Public Viewing Veranstaltung zu organisieren, der irrt. Es gibt einige Dinge, die dabei beachtet werden müssen. Im Grunde hat jeder seit 2005 das Recht auf einen öffentlichen Platz oder in Mehrzweckhallen eine Liveübertragung zu veranstalten. Werden dabei aber Eintrittsgelder eingenommen oder wird das Event gesponsert, so gilt die Veranstaltung nicht mehr als kommerziell und muss angemeldet werden, wobei Lizenzgebühren anfallen. Es ist jedoch erlaubt einige Snacks zu verkaufen und deutsches Bier auszuschenken. Die Übertragung von Inhalten ist vom Urheberrecht ausgeschlossen, jedoch gilt dieses bei einigen anderen Punkt, wie z.B. Musik. Dafür kann es sein, dass eine Lizenz der GEMA von Nöten ist. Es kann sein, dass es weitere Vertragsgrundlagen seitens der Stadt gibt, die mit den Sportverbänden, wie der der FIFA, besondere Verpflichtungen eingegangen sind.
Hinter dem Begriff Public Viewing steckt seitens der Sozialpsychologen noch einiges mehr. Das kollektive Betrachten im Kreise unbekannter Gleichgesinnter verursacht simultane Emotionen, wie die Freude oder die Trauer. Vor allem durch die technischen Innovationen entsteht eine sehr emotionale Atmosphäre.
Zum Schluss gibt es noch einige besondere Ereignisse, die den Begriff Public Viewing nachhaltig prägten:
- 2006 wurde eine 9×16 Meter große beidseitige Leinwand in Frankfurt aufgebaut, die auf 22 Meter hohen Stelzen installiert war, 50.000 Zuschauen konnten von den Mainufern das Spiel verfolgen.
- Der größte Public-Viewing-Bereich der Fußball-Europameisterschaft 2008 befand sich in Wien auf dem Rathausplatz und einem Teil des Wiener Rings. Die Übertragung der Spiele erfolgte auf neun Videowänden.
- Am 30. Oktober 2007 wurde der Begriff Public Viewing beim Markenregister des Deutschen Patent- und Markenamt in Verbindung mit einem Logo als Bild-/Wortmarke eingetragen.
- Public-Viewing Veranstaltungen unterliegen normalerweise dem Lärmschutz, insbesondere der Nachtruhe. In diesem Jahr wurde eigens für die Zeit vom 1. Juni 2010 bis 31. Juli 2010 eine Verordnung über den Lärmschutz bei öffentlichen Fernsehdarbietungen im Freien über die Fußball WM 2010 erlassen.
Public Viewing, ein englischer Begriff der viele Nationen prägte und noch prägen wird. In diesem Sinne, wünsche ich allen Fans viel Spaß beim Public Viewing und den maximalen Erfolg der Mannschaften.
Infos zum Public Viewing in Deutschland gibt es hier.
BU: Wikimedia Commons – Public Viewing

